Objekte widersprechen
Geschichten von Ozeanblau, Blutrot, Knochenweiß
Ein Schmuckstück für den heiligsten Teil des Körpers.
Aus einem scheinbar einfachen Kamm schafft die preisgekrönte Roman- und Theaterautorin Whiti Hereaka ein Spiegelbild der Ehrfurcht und Schönheit. Ihr Text ist in neun Abschnitte gegliedert: »ein Teil für jeden Zahn und ein Teil für jede Lücke zwischen ihnen«. Die Teile erzählen von Liebe, Verlust und Sehnsucht. Sie erzählen Geschichten von Walen, aus deren Knochen Objekte hergestellt wurden. Über einen Schnitzer, der einen Kamm herstellt. Sie erzählen von Māori-Göttern und der Macht der Frauen. Von kolonialen Walfängern, die ihre Beute im Südpazifik fast bis zur Ausrottung der Tiere fischten. Sie erzählen nicht zuletzt von einer Schriftstellerin, die sich die Haare schneidet und durch die Welten zieht, um Verbindungen zu weben.
In der Reihe Objekte widersprechen, herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Whiti Hereaka ist Romanautorin und Dramatikerin mit Māori- und Pākehā-Abstammung. Ihre iwi-Zugehörigkeiten sind Ngāti Tūwharetoa, Te Arawa, Ngāti Whakaue, Tuhourangi, Ngāti Tumatawera, Tainui. Sie lebt in Wellington, Aotearoa Neuseeland, und ist Autorin von vier Romanen: The Graphologist’s Apprentice, Bugs, Legacy und Kurangaituku. Zusammen mit Witi Ihimaera gab Hereaka 2019 eine Anthologie von Māori-Mythen, Pūrākau, heraus. Ihr jüngstes Werk, You Are Here, entstand in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Peata Larkin und ist 2025 bei Massey University Press als Teil der Kōrero-Reihe erschienen.
Objekte widersprechen
Über einen Krönungsmantel aus Äthiopien
Der britische Äthiopienfeldzug 1868 und das Niederbrennen der Bergfestung Magdala haben die äthiopische Schriftstellerin und Fotografin Maaza Mengiste zu ihrer Erzählung Von allgemeinem Interesse inspiriert. Mengiste, die derzeit in New York lebt, denkt über die Reise eines kunstvoll gefertigten königlichen Umhangs aus Äthiopien nach. Es ist ein Weg aus den Wirren der Schlacht, durch Feuer, ein Weg über die Berge, über das Wasser – bis nach Berlin. Mengistes Werk holt Stimmen und Geschichten ans Licht, die bisher ausgeklammert wurden, Leerstellen, die unerklärlich scheinen, Bilder, Gegenstände und Orte, die von einer unbewältigten Vergangenheit durchzogen sind.
In der Reihe Objekte widersprechen, herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Maaza Mengiste ist Romanautorin, Essayistin und Fotografin. Ihr Debüt Unter den Augen des Löwen wurde vom Guardian zu einem der zehn besten zeitgenössischen afrikanischen Bücher gewählt. Ihr Roman Der Schattenkönig stand 2020 auf der Shortlist für den Booker Prize. Mengiste ist Gründerin von Project3541, eines kollektiven Erinnerungsprojekts über den Italienisch-Äthiopischen Krieg 1935–1941, das die statische Natur eines Archivs überwinden möchte.
Maaza Mengiste: Of Interest to the General Public
Objects talk back
About a Coronation Cloak from Ethiopia
Inspired by the history of the 1868 Napier expedition and the burning of the palace fortress at Magdala, Of Interest to the General Public is a narration by the Ethiopian writer and photographer Maaza Mengiste. She combines photographs and text to re-imagine the journey of the stunning and elaborately made royal cloak from Ethiopia – out of battle, through fire, over mountains to cross the waters into Berlin, Germany.
The œuvre of Maaza Mengiste, who currently lives in New York, is composed from voices and stories that have been excluded, from gaps that seem inexplicable, from images, objects and places that pulse with pasts unresolved.
Series Objects talk back published by Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Maaza Mengiste is a novelist, essayist, and photographer. Her debut novel Beneath the Lion’s Gaze was named by The Guardian as one of the ten best contemporary African books. Her novel The Shadow King was shortlisted for the Booker Prize in 2020. Mengiste is the founder of Project3541, a collective memory project about the Italian Ethiopian War of 1935–1941 that seeks to move beyond the static nature of an archive.
Objects talk back
An Ornament for the Most Sacred Part of the Body
From a seemingly simple comb, the award-winning novelist and playwright Whiti Hereaka creates a mirror work of reverence and beauty. It is a text in nine sections, “a part for each tooth, and a part for each space between them”. The parts tell stories of love, loss, longing, including tales of whales from whose bones objects were made, of a carver creating a comb, of Māori gods and the power of women, of colonial whalers fishing their prey almost to extinction in the South Pacific, of a writer who cuts her hair and moves across worlds weaving connections.
In her text Whiti Hereaka unfurls a stunning cosmology around the heru, combing with it through time and space to make "stories of ocean blue, blood red, bone white", thus shattering the silence left by the museum description "Zugang ungeklärt" (access unclear).
Series Objects talk back published by Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Whiti Hereaka is a novelist and playwright of Māori and Pākehā descent. Her iwi affiliations are Ngāti Tūwharetoa, Te Arawa, Ngāti Whakaue, Tuhourangi, Ngāti Tumatawera, and Tainui. She lives in Wellington, Aotearoa New Zealand, and is the author of four novels: The Graphologist’s Apprentice, Bugs, Legacy, and Kurangaituku. Together with Witi Ihimaera, Hereaka edited an anthology of Māori myths—Pūrākau—in 2019. Her most recent work, You Are Here, was created in collaboration with artist Peata Larkin and was published in 2025 by Massey University Press as part of the Kōrero series.
Objects talk back
After one of the Turfan archaeological expeditions in the early 1900s, a fragment of a Manichaean text written in Uyghur and Old Turkic found its way to the Museum für Asiatische Kunst of the Staatliche Museen zu Berlin. Originating from the Northern Silk Road region (now the Xinjiang Uyghur Autonomous Region in China), these “loose leaves” became a source of inspiration for Rawi Hage: “I was born near Byblos in Lebanon. The ancient city of Byblos is believed to be the place where the first alphabet was invented.” Encountering this rare and precious manuscript, with its layered and multicolour words, Hage reflects on the movement, uprooting, displacement and migration of both objects and people.
Series Objects talk back published by Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Rawi Hage was born in Beirut and survived the Lebanese Civil War of the 1970s and 1980s. He emigrated to New York and later to Montreal, where he established himself as a photographer and writer, exploring themes such as homelessness, exile, and the consequences of war. His novels have been honored with internationally renowned literary awards and translated into thirty languages.
Objekte widersprechen
Durch eine der Turfan- Ausgrabungsexpeditionen kam nach 1900 das Fragment einer in Uigur und Alttürkisch verfassten manichäischen Schrift ins Museum für Asiatische Kunst nach Berlin. Sie stammt aus der Region der Nördlichen Seidenstraße, der heutigen autonomen Region Xinjiang-Uigur in China. Diese »losen Blätter« haben Rawi Hage inspiriert: »Ich wurde unweit von Byblos im Libanon geboren. Das antike Byblos hält man für jenen Ort, an dem das erste Alphabet erfunden wurde.« Die Begegnung mit dem seltenen und kostbaren Manuskript, seinen vielschichtigen und vielfarbigen Wörtern, lässt Hage über die Bewegung, Entwurzelung, Verschleppung und Migration von Objekten und Menschen nachdenken.
In der Reihe Objekte widersprechen, herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Rawi Hage ist in Beirut geboren und überlebte den libanesischen Bürgerkrieg der 1970er und 1980er Jahre. Er emigrierte nach New York und später nach Montreal, wo er sich als Fotograf und Schriftsteller mit Themen wie Heimatlosigkeit, Exil und Kriegsfolgen auseinandersetzt. Seine Romane wurden mit international renommierten Literaturpreisen gewürdigt und in dreißig Sprachen übersetzt.
Objekte widersprechen
Die kanadische Schriftstellerin Madeleine Thien betrachtet das Fragment einer Wandmalerei mit »Drei Uigurischen Fürsten« aus einer der Bezeklik Höhlen der Nördlichen Seidenstraße, der heutigen autonomen Region Xinjiang-Uigur in China. Diese berühmteste Stifterdarstellung der uigurisch-buddhistischen Kunst kam nach der zweiten deutschen Turfan-Expedition (1904–1905) in die Berliner Museen. Ihren prächtigen Farben und ausdrucksstarken Linien begegnet Thien mit einem literarischen Text. Sie versetzt uns in das tägliche Leben der Maler, die die Höhlen im 10. Jahrhundert mit ebenso lebensnahen Wandgemälden ausgestattet haben, und fragt: Gibt es eine autonome Republik der Kunst, die Zeiten und Orte überdauert?
In der Reihe Objekte widersprechen, herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Madeleine Thien wurde in Vancouver, British Columbia, geboren. Ihr vielfältiges Werk umfasst Romane, Kurzgeschichten, ein Kinderbuch sowie zahlreiche Essays. Zentral für ihr Schreiben ist die Frage, wie sich vor dem Hintergrund von Migration, Trauma und der Suche nach Identität und Zugehörigkeit die eigene und gemeinsame Geschichte neu erzählen lässt. Ihr Werk wurde in mehr als 25 Sprachen übersetzt und gewann die renommiertesten Literaturpreise Kanadas sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen. Madeleine Thien lebt in Montreal, Kanada.
Objects talk back
Canadian writer Madeleine Thien reflects on a fragment of a mural depicting Three Uyghur Princes from one of the Bezeklik Caves along the Northern Silk Road, in what is now the Xinjiang Uyghur Autonomous Region of China. This most renowned donor portrait of Uyghur-Buddhist art was brought to the Berlin museums following the Second German Turfan Expedition (1904–5). Thien responds to its vibrant colours and expressive lines with a literary text, transporting us into the daily lives of the painters who adorned the caves with strikingly lifelike murals in the tenth century. She asks: Is there an autonomous republic of art that transcends time and place?
Series Objects talk back published by Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Madeleine Thien was born in Vancouver, British Columbia. Her diverse body of work includes novels, short stories, a children’s book, as well as numerous essays. Central to her writing is the question of how, against the backdrop of migration, trauma, and the search for identity and belonging, personal and collective history can be retold. Her work has been translated into more than 25 languages and has won Canada’s most prestigious literary awards as well as numerous other prizes. Madeleine Thien lives in Montreal, Canada.
Beziehungsweise Familie. Globale Geschichten von Bindung, Bruch und Zugehörigkeit
Familie. Jede*r hat sie und jede*r anders. Dieses un-
konventionelle Buch bricht mit gängigen Vorstellungen
einer traditionellen »Kernfamilie« und versammelt
Stimmen aus aller Welt in unterschiedlichen Moment-
aufnahmen. Wer gehört zur Familie, welche wirt-
schaftliche und gesellschaftliche Funktion übernimmt
sie, was prägt Familie und wie prägt sie uns? Zentrale
Themen lokaler Debatten rund um den Globus führen
uns vor Augen, wie komplex und verschieden, aber
auch wie ähnlich Familienbilder über die Kulturen
hinweg sind. Eine Einladung, auch über das eigene
Familienbild nachzudenken.
Hardcover, 296 Seiten
Family Matters. Global Stories about Affiliation, Disruption, and Belonging
Family. Everyone has one, and each one is different.
This unconventional book challenges traditional
notions of the nuclear family by presenting voices
from around the world in a series of “snapshots.”
It asks: Who belongs to the family?What economic and social functions does the family fulfill?
What shapes the family, and how does it shape us?
Key questions being discussed in local settings around the
globe demonstrate how complex and diverse - but
also how similar - the idea of the family is across
cultures. This is an invitation to reflect on one’s own
concept of family.
Hardcover, 296 pages
Objects talk back
Meena Kandasamy contemplates the Mithuna couple, a 17th century ivory sculpture from Tamil Nadu, India. Starting from this depiction of lovers, the author unfolds a multilayered narrative that moves in several directions through images, questions, and contradictions.
"How can we look at this piece without talking about who created it?" she asks, examining how caste and class are as indelibly etched into the object as its physical details. This awareness complicates the seemingly straightforward associations of "love" that the sculpture might evoke. Meena Kandasamy refuses to idealise or exoticise the carving, instead linking it to personal and political narratives: Who is allowed to love whom? She contrasts the intimate with the institutional in order to challenge concepts such as decolonisation, restitution, and preservation. Through a striking blend of styles - Twitter, academic discourse, poetry, memoir - she engages in a dialogue with the object: forwards, sideways, backwards.
Part of the series Objects talk back, published by the Humboldt Forum Foundation in the Berlin Palace.
Meena Kandasamy is a poet, novelist and translator. Her work focuses on the militant resistance against caste, gender, and ethnic oppressions. She explores this in her books of poems such as Touch (2006) and Ms. Militancy (2010), as well as her three novels, The Gypsy Goddess (2014), When I Hit You (2017), and Exquisite Cadavers (2019). Her novels have been shortlisted for the Women’s Prize for Fiction, the International Dylan Thomas Prize, the Jhalak Prize and the Hindu Lit Prize. The Book of Desire, her translation of the love poetry of the 2000-year-old Tamil classic Tirukkural was published in 2023.
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Meena Kandasamy betrachtet das Mithuna-Paar, eine Elfenbeinskulptur des 17. Jahrhunderts aus Tamil Nadu (Indien). Ausgehend von diesem Liebespaar entfaltet die Autorin eine vielschichtige, in mehrere Richtungen gehende Erzählung aus Bildern, Fragen und Widersprüchen.
„Wie können wir dieses Werk betrachten, ohne darüber zu sprechen, wer es geschaffen hat?“ fragt sie und untersucht, wie Kaste und Klasse ebenso unauslöschlich in das Objekt eingraviert sind wie seine physischen Details. Dieses Wissen erschwert die einfachen Assoziationen von „Liebe“, die durch das Paar hervorgerufen werden können. Meena Kandasamy weigert sich, die Schnitzerei zu idealisieren oder zu exotisieren und verbindet sie mit persönlichen und politischen Geschichten: Wer darf wen lieben? Sie stellt das Intime dem Institutionellen gegenüber, um Begriffe wie Entkolonialisierung, Rückgabe und Bewahrung zu hinterfragen. Durch einen erstaunlichen Stilmix – Twitter, akademischer Diskurs, Poesie, Memoiren – führt sie einen Dialog mit dem Objekt: vorwärts, seitwärts, rückwärts.
In der Reihe Objekte widersprechen, herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Meena Kandasamy ist Dichterin, Romanautorin und Übersetzerin. Ihr Werk konzentriert sich auf den militanten Widerstand gegen die Unterdrückung durch Kaste, Geschlecht und Ethnie. Sie erforscht dies in ihren Gedichtbänden wie Touch (2006) und Ms. Militancy (2010) sowie in ihren drei Romanen The Gypsy Goddess (2014), When I Hit You (2017) und Exquisite Cadavers (2019). Ihre Romane standen auf der Shortlist u.a. für den Women’s Prize for Fiction und den International Dylan Thomas Prize. The Book of Desire, ihre Übersetzung der Liebeslyrik des 2000 Jahre alten tamilischen Klassikers Tirukkural, ist 2023 erschienen.
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“Most of the time, it is the power of men that we remember.” With these words, which open Léonora Miano’s text for Objects Talk Back, an astonishing new narrative unfurls around Mandu Yenu, a throne from the ancient Kingdom of Bamum (present day Cameroon).
The Germans long claimed the object was a gift from King Njoya to Kaiser Wilhelm II. Miano reads “between the lines of beads and cowrie shells” to show the complex intricacies of colonial and gender relations. Dismissing all pretense of egalitarianism between colonizer and colonized, she hones in on the very nature of power—how and by whom it is defined-wielded-subverted.
King Njoya said he “felt like a woman in his relationship with the Germans.” Miano takes this as a prompt to examine contrasting cultural notions of femininity and thus reveals how central women are to the story of the throne. As the very name of the object suggests, it is the power of women we should remember.
Series Objects talk back published by Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Born in Cameroon, Léonora Miano lives and writes between continents: in her country of origin, France, and in Togo. Her novels, plays and essays have won numerous awards. Most recently, her celebrated work Season of the Shadow was published in English by Seagul Press.
Objekte widersprechen
»Meist ist es die Macht von Männern, an die erinnert wird.« Mit diesen Worten eröffnet Léonora Miano ihre Erzählung um Mandu Yenu, einen Thron aus dem alten Königreich Bamum (heute Kamerun). Lange war das Objekt als »Geschenk« von König Njoya an Kaiser Wilhelm II. bezeichnet worden. Miano zeigt »zwischen den Zeilen von Perlen und Kaurimuscheln« die komplexen Verwicklungen von Kolonial- und Geschlechterbeziehungen auf. König Njoya sagte, er fühle sich »in den Beziehungen zu den Deutschen wie eine Frau«. Davon ausgehend untersucht Miano die unterschiedlichen kulturellen Vorstellungen von Weiblichkeit und die zentrale Rolle der Frauen für die Geschichte des Throns. Schon der Name des Objekts bezeugt:
Es ist die Macht der Frauen, an die wir uns erinnern sollten.
In der Reihe Objekte widersprechen, herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Geboren in Kamerun, lebt und schreibt Léonora Miano zwischen den Kontinenten: in ihrem Herkunftsland Frankreich und in Togo. Ihre Romane, Theaterstücke und Essays wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien auf Deutsch im Aufbau Verlag ihr gefeiertes Werk Sisterhood – ein leidenschaftliches Plädoyer für eine neue weltweite Solidarität unter Frauen und eine faszinierende Reise zu den Ursprüngen eines anderen Feminismus.
Objects talk back
Having recently accepted German citizenship, writer and activist Priya Basil explores the Humboldt Forum from a deeply personal perspective. She delves into the question of what such a building, such a project, means for an understanding of the past and our sense of belonging in the present. This much disputed, contested, celebrated monument now exists—but what exactly does it monumentalize? “In German the word Schloss means a palace, and also a ‘lock.’ The central question: Can a lock also be a key?”
Series Objects talk back published by Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Priya Basil is a writer and curator. Her published work includes novels, non-fiction, essays, plays and short stories. In her book, Be My Guest, she combines her Indian-Kenyan-British-German heritage with philosophy, food and politics to make a passionate plea for hospitality in its broadest sense. She is co-founder and board member of WIR MACHEN DAS, an NGO that works with refugees and migrants for a more inclusive society. She is also on the advisory board of the European Center for Constitutional and Human Rights.
Objekte widersprechen
Das zum Auftakt der Reihe Objekte widersprechen von Priya Basil betrachtete Objekt ist das wiederaufgebaute Berliner Schloss. Die Schriftstellerin und Aktivistin erkundet das Gebäude aus einer sehr persönlichen Perspektive – sie hat erst kürzlich die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. In ihrem Essay geht sie der Frage nach, was ein solcher Bau, ein solches Projekt für das Verständnis der Vergangenheit und die Zugehörigkeit in der Gegenwart bedeutet. Das vielfach umstrittene, umkämpfte, gefeierte Monument ist nun Realität – aber was genau monumentalisiert es? Das deutsche Wort »Schloss« bezeichnet einen Palast, aber auch einen Verschluss oder Riegel. Die entscheidende Frage lautet: Kann ein Schloss auch ein Schlüssel sein?
In der Reihe Objekte widersprechen herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Priya Basil ist Schriftstellerin und Kuratorin. Ihre Veröffentlichungen umfassen Romane, Sachbücher, Essays, Theaterstücke und Kurzgeschichten. In ihrem Buch Gastfreundschaft verwebt sie ihre indisch-kenianisch-britisch-deutsche Biografie mit Philosophie, Essen und Politik zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Gastfreundschaft im weitesten Sinn. Sie ist Mitbegründerin und Vorstandsmitglied von WIR MACHEN DAS, einer NGO, die gemeinsam mit Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte für eine solidarischere Gesellschaft arbeitet. Außerdem ist sie Mitglied des Beirats des European Center for Constitutional and Human Rights.
FAMED AND DEFAMED, REMOVED AND REMEMBERED
The Palace of the Republic was the building that most exemplified political power in East Germany. Built from 1973 to 1976 in the middle of Berlin, the state and cultural
centre was the seat of the Volkskammer (parliament) as well as a meeting place with event and gallery spaces, restaurants, a theatre, discotheque, and bowling alley.
The first freely elected Volkskammer convened there in March of 1990. Shortly thereafter, the building was closed because of asbestos contamination. In the
early 2000s, the shell was successfully used for cultural purposes but demolished nonetheless not much later. Today, the Humboldt Forum stands in its place. Yet the
palace remains present in many people’s memories.
This volume explores aspects such as closeout sales, construction site, ghosts, Glass Flower, Global South, identity, interim use, lighting system, Marx & Engels,
palaces of culture, reconstruction, Stasi, and more. Recent research, artistic contributions, and personal interviews open new perspectives. The Palace of the
Republic thereby emerges as an all-German topic.
https://www.yumpu.com/de/document/view/68688830/hin-und-weg-der-palast-der-republik-ist-gegenwart
Hin und weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart DE
Die Publikation „Hin und weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart“ betrachtet den Palast der Republik als gesamtdeutsches Thema. Von der Architektur über die Baugeschichte bis hin zu künstlerischen Positionen und Forschungsarbeiten bietet dieses Buch eine umfassende Untersuchung des Palastes.
Das Buch sammelt eine Vielzahl von Perspektiven unterschiedlicher Menschen, die direkt oder indirekt mit dem Palast verbunden waren, und ermöglicht es so, dessen Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Es enthält Beiträge renommierter Autor*innen wie Victoria Helene Bergemann, Aron Boks und Gesine Danckwart sowie Wissenschaftler*innen wie Hanno Hochmuth und Ilko-Sascha Kowalczuk. Diese Mischung aus persönlichen Erzählungen und wissenschaftlichen Essays eröffnet neue Diskurse und macht das Thema für ein breites Publikum zugänglich.
https://www.yumpu.com/de/document/view/68688830/hin-und-weg-der-palast-der-republik-ist-gegenwart
Ergänzt werden die Texte durch eindrucksvolle Fotoarbeiten unter anderem von Tobias Kruse und Nikolaus Becker sowie innovative Grafiken von Johanna Benz und Tiziana Beck (graphicrecording.cool), die das visuelle Erlebnis des Buches bereichern.
Dieses Buch ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Sammlung zur Geschichte und Architektur der DDR.
Naga Land. Stimmen aus Nordostindien Herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss Deutsche und englische Ausgabe, 96 Seiten, Broschur, 26,5 x 21,5 cm, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2023, 22.- Euro Die Naga bilden eine Minderheit im Nordosten Indiens und im Nordwesten Myanmars – und bestehen zugleich aus über dreißig verschiedenen Ethnien, das sind drei bis vier Millionen Menschen mit zahlreichen Sprachen.
Wie gelingt es ihnen, ihre traditionellen Überlieferungen zu bewahren und in heutige, veränderte Lebensweisen – mit modernen Tattoos, Mode und Social Media – zu integrieren? Autor*innen aus Nagaland beschreiben unterschiedliche Facetten ihrer gegenwärtigen und vergangenen Kultur und lassen die um zeitgenössische Gegenstände ergänzte Naga-Sammlung des Ethnologischen Museums in Berlin in neuem Licht erscheinen.
Naga Land. Voices from North-East India Published by the Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss English edition, 96 pages, Softcover, 26,5 x 21,5 cm, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2023, 22.- Euro The Naga represent a minority in north-eastern India and north-western Myanmar – yet comprise more than thirty ethnic groups with an overall population of three to four million speaking numerous languages. How have the Naga managed to preserve their traditions and customs and integrate them in today‘s lifestyle changes – with modern tatoos, fashion and social media?
Describing facets of their culture as it is lived today and relating them to the past, writers from Nagaland make the collection of Naga artefacts at the Ethnologisches Museum in Berlin, now supplemented by contemporary exhibits, appear in a new light.
Against the Current. The Omaha, Francis La Flesche, and his Collection Published by the Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss English edition, 128 pages, Softcover, 26,5 x 21,5 cm, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2023, 22.- Euro The collections of the Ethnologisches Museum in Berlin house around sixty objects from the Omaha of North America that were assembled by the indigenous ethnologist Francis La Flesche around 1895 on behalf of the Königliches Museum für Völkerkunde. It was a time of upheaval, when the lives of the Omaha were marked by loss of land, racism, and violence.
The effects can still be felt today. This book offers insight into the life and work of La Flesche and the process of organizing the exhibition „Against the Current“. The catalogue of objects written by Francis La Flesche is being published here for the first time.
Ahnen, Göttinnen und Helden. Skulpturen aus Asien, Afrika und Europa Herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss Deutsche und englische Ausgabe, 96 Seiten, Broschur, 26,5 x 21,5 cm, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2023, 22.- Euro Beschützen, heilen oder bestrafen – diese Kräfte schrieben Menschen verschiedener Zeiten und Herkünfte den Bildwerken zu, die hier zum ersten Mal gemeinsam vorgestellt werden: 45 Objekte, entstanden zwischen dem 4. und dem 19. Jahrhundert, vermitteln ein lebendiges Zeugnis von den allgegenwärtigen Bedürfnissen des Menschen nach Schutz und Orientierung bei der Bewältigung individueller oder gesellschaftlicher Krisen.
Sie stehen für die Existenz einer nicht-sichtbaren Welt von Göttinnen und Göttern, Geistern oder Ahnen, die eine fassbare Verbindung zwischen dem Diesseits und einer „anderen Wirklichkeit“ herzustellen halfen und Inspiration für das eigene Leben gaben.
Ahnen, Göttinnen und Helden. Skulpturen aus Asien, Afrika und Europa Herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss Deutsche und englische Ausgabe, 96 Seiten, Broschur, 26,5 x 21,5 cm, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2023, 22.- Euro Beschützen, heilen oder bestrafen – diese Kräfte schrieben Menschen verschiedener Zeiten und Herkünfte den Bildwerken zu, die hier zum ersten Mal gemeinsam vorgestellt werden: 45 Objekte, entstanden zwischen dem 4. und dem 19. Jahrhundert, vermitteln ein lebendiges Zeugnis von den allgegenwärtigen Bedürfnissen des Menschen nach Schutz und Orientierung bei der Bewältigung individueller oder gesellschaftlicher Krisen.
Sie stehen für die Existenz einer nicht-sichtbaren Welt von Göttinnen und Göttern, Geistern oder Ahnen, die eine fassbare Verbindung zwischen dem Diesseits und einer „anderen Wirklichkeit“ herzustellen halfen und Inspiration für das eigene Leben gaben.
Book - Buch Andestors Godesses and Heroes EN
Ancestors, Goddesses and Heroes. Sculptures from Asia, Africa and Europe Published by the Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss English edition, 96 pages, Softcover, 26,5 x 21,5 cm, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2023, 22.- Euro To protect, heal or punish – these are the powers that peoples of radically different ages and places of origin ascribed to the images that are here presented alongside each other for the very first time.
The fourty-five objects created between the fourth and nineteenth century are a vital attestation of the ever-present need for protection and orientation in times of crisis, whether at the personal or the social level. They stand for the existence of an invisible world of gods, spirits and ancestors that helped forge a palpable link between the here and now and a different reality as well as providing inspiration for the life of each and every individual.